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Zeitzeugen-Erlebnisse
Rezension „Das Wolfsmädchen“, Flucht aus der Königsberger Hungerhölle 1946, Dr. Christian Hardinghaus, EUROPA-Verlag, ISBN-Nr. 978-3-95890-4026
Dieses Buch „Das Wolfsmädchen“ hat mich in Atem gehalten. Immer wieder musste ich es zur Seite legen, um durchzuatmen. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass Menschen zu solch Grausamkeiten fähig sind.
Nie zuvor habe ich von den Wolfskindern gehört. Der Autor,
Dr. Christian Hardinghaus, führt die Lesenden sehr einfühlsam und respektvoll in
die Geschichte der Ursula Dorn sowie in die Situation der Ukraine ein. Leider
haben wir nichts daraus gelernt.
Als ich in der Einleitung die Worte las:
„Wir haben die Worte unserer Muttersprache, die Lieder unserer Mütter vergessen. Sie wurden vom Ächzen unserer vor Hunger sterbenden, gemarterten, geschändeten Mütter, vom Stöhnen ihrer vereinsamten Kinder übertönt“
lief ein unvorstellbares Szenarium in mir ab. Entsetzlich müssen die Qualen der Kinder und ihrer Familien gewesen sein. Dieser Lebensgeschichte von Ursula Dorn und all der anderen Kinder, die durch diese Hölle gehen mussten, ist es zu verdanken, dass ich nun zu einem anderen Weltbild gekommen bin. Was Hunger, zu verhungern, wirklich bedeutet, können wir nicht beschreiben. Hunger als Kriegsmittel einzusetzen, ist so unglaublich verwerflich… hier fehlen mir echt die Worte.
Aus diesen außerordentlich wichtigen Hintergrundinformationen, die Ursula Dorn und der Autor beschreiben, habe ich extrem viel dazu gelernt. Mir wurden die Augen geöffnet. Nun sehe ich die Vorgänge in der Nachkriegszeit in Deutschland, der Ukraine und anderen Orten dieser Welt anders. Heute kann ich verstehen, dass meine Mutter nie über ihre Fluchterlebnisse sprechen konnte.
Die Hilfsbereitschaft der Menschen in Litauen, die dieses Leid vor Augen hatten und selbst unter Lebensgefahr, den gepeinigten Kindern und ihren Familien geholfen haben, hat mich stark ergriffen. Sie sahen die Wolfskinder, die sie zwar als hilflose Wesen kennenlernten, diese jedoch mit unglaublich viel Mut und Stärke agierten, die sie sehr beeindruckt hat. Diese Menschen wussten, Kinder haben ihre Kindheit verloren. Wir sollten uns schämen, dass sie heute immer noch um Achtung und Respekt kämpfen müssen und diese Kriegsereignisse häufig in Frage gestellt werden.
Ich bin dankbar dafür, dass Ursula Dorn über ihr Leben in dieser Hölle berichten konnte. Ihren Mut und Fürsorge für ihre Geschwister und andere Kinder in ihrer Not zu unterstützen, ist sehr bewundernswert. Auch, dass sie sich für die Anerkennung der Wolfskinder einsetzt, verdient Respekt. Wichtige Mitstreiter hat sie gefunden, die sie bei ihrer Mission unterstützen. Verdient hätten sie Alle die größte Ehrung, die es weltweit gibt.
Mein großer Dank geht an Ursula Dorn und Alle, die uns von ihren Erfahrungen berichtet haben, obwohl es für sie sehr schmerzlich gewesen sein muss. Ein großer Dank geht an Dr. Christian Hardinghaus und den EUROPA-Verlag, die dieses wichtige Zeitzeugen-Buch veröffentlicht haben. Für mich steht fest: dieses Buch gehört in den Geschichtsunterricht aller Schulen. Dieses Thema wird mich zukünftig begleiten.
„Das Wolfsmädchen“ ist ein sehr wertvolles Buch, dass uns
als Gesellschaft den Spiegel vorhält. Ich werde es nicht nur verschenken,
sondern an ortsansässigen Schulen vorstellen und weiterempfehlen. Das sehe
ich als meine gesellschaftliche Verpflichtung an.
© Katharina Dobrick
Katharina 30.08.2025, 16.15| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Seelenwelten